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Sekten: Die zwölf Stämme

Teils geheim und undurchsichtig. Kompliziert und ganz anders als was wir kennen: Sekten sind problematische, oft genug schlichtweg gefährliche Religions- und Glaubensgemeinschaften, deren Mitglieder strengen Lebensregeln unterliegen. Da ich mich aus reinem Interesse mit Sekten beschäftigt habe, habe ich über einige Sekten ein paar Informationen zusammengefasst. Da es ganz schön viel Information dazu gibt, teile ich den Artikel in drei Teile auf. Heute geht es um die 12 Stämme.

Von Robin

Die 12 Stämme

Die 12 Stämme betrachten andere christliche Kirchen als Vereinigungen, die von der „wahren“  Lehre abgekommen sind. Sie halten ihren ethischen Standpunkt immer aufrecht. Die 12 Stämme wurden Anfangs der 70er Jahre von Elbert Eugene Spriggs jun. in Tennessee (USA) gegründet. 

Die Gemeinschaft hat einen christlichen Hintergrund und Verzweigungen mit dem Rigorismus, d.h. eine überstrenge, überaus zielstrebige und unumstößliche Denkart und Handlungsweise, die an Grundsätzen und Gesetzmäßigkeiten ohne Kompromisse festhält.

Die Gläubigen der 12 Stämme leben in Kommunen. Die Männlichen Mitglieder sind „Brüder“, weibliche nennen sich „Schwestern“. Es herrscht eine klare Unterordnung der Frauen gegenüber den Männern. Frauen tragen vorschriftsgemäß weite Hosen, Röcke und Blusen oder Kleider. Sie binden sich lange Zöpfe und verdecken ihren Kopf oft mit einem einfarbigen Tuch.

Männer tragen weite Kleidung, lange Bärte und langes Haar, welches meist zu einem Pferdeschwanz gebunden wird. Dies begründen sie aus der Tradition des Judentums heraus. 

Ein Leben voller Arbeit

Die 12 Stämme pflegen einen strengen und anstrengenden Tagesablauf ohne Kreativität, denn ihr Leben geben sie nur der Arbeit hin. Ihr Tag beginnt mit dem alltäglichen Morgentreffen um 7 Uhr. Die Gläubigen müssen tagsüber hart und lange arbeiten. Meist verbringen sie auf den Feldern ihre Zeit, da sich alle Kommunen selbst versorgen. Sie erhalten keinen Lohn, verzichten auf persönliches Eigentum – da sie sich alles teilen – und sind komplett unabhängig von der Außenwelt. Zusätzlich verzichten sie auf eine Krankenversicherung und jegliche andere staatliche Sozialleistung. 

Die Mitglieder der 12 Stämme richten sich nach den Worten von „Jahschua“, ihre Bezeichnung für Jesus. Sie führen ein strenges Leben nach den „Worten Gottes“, der Bibel. Ihr Glauben ist davon geprägt, dass jeder, der nicht ihren Glauben lebt, von Satan besessen ist. 

Kinder werden „gezüchtigt“

Eine ihrer drastischsten, hässlichsten Seiten offenbart die Sekte im Umgang mit Kindern. Um Babys und Kleinkinder schon in jungen Jahren zur Fügung zu erziehen, werden sie schon aus der Krippe heraus in Tücher gelegt, die so fest gebunden sind, dass sie sich nicht bewegen und nicht strampeln können. Im Alter von 2 Jahren werden die Kinder das erste Mal „gezüchtigt“, also mit Ruten geschlagen. Dies tun die Glaubensanhänger, da im Hebräer-Brief geschrieben ist: „Wen Gott liebt, den züchtigt er.“ 

In der Vergangenheit waren es insbesondere diese Kindesmisshandlungen, die für staatliche Eingriffe und Konflikte der Sekte mit dem Gesetz sorgten.